Wiesemann, Reinhard, Essen

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Holder and Founder Unperfekthaus Essen and GeKu Haus Essen, Germany

“The Unperfecthouse is a new approach in helping people to try out their ideas, start projects, to experiment with different ideas without being broke if an idea does not succeed. In contrast to known approaches, we do not select projects up front and we do not give big support only to those which we predict will be successfull, but instead we give little support to ALL projects.“

www.unperfekthaus.de
www.generationenkult.de/haus

RW.15 !=CTRL
Installed: 16-09-2010
Location: Unperfekthaus Essen, a collaboration with Hacking the City, Museum Folkwang Essen, Germany | 51.459016,7.007495
Author: REMOTEWORDS
Curator: Sabine Maria Schmidt
Roof Size | Font Size: 165qm | 3,5m x 14m
On Air: –

RW.22 ALTˆ3
Installed: 01-10-2013
Location: GeKu Haus Essen, Germany | 51.4592485,7.0133041
Author: REMOTEWORDS
Curator: Reinhard Wiesemann
Roof Size | Font Size: 270qm | 4m x 15m
On Air: –

RW.15 was part of the exhibition project „Hacking the City“ which took place at the Museum Folkwang Essen and all over the City of Essen. „Hacking the City” is a project reacting to changing structures in the public, mobility and communication in the city. The „Unperfekthaus“ in Essen has been marked within the exhibition project Hacking the City. The message „!=CTRL“ refers to open source computer languages like Linux. „!=“ is used as a negation or not-operation. Thus „!=CTRL“ means not controlled or uncontrolled.

RW.22, the GeKu Haus in Essen was marked with ALTˆ3. The Alt-Key (option key) refers to the Open Source Operating System Linux. ˆ3 represents the three dimensions. The multigenerational home is an alternative, a switch to another way of living together.

 

 

 

!=CTRL

Interview: Reinhard Wiesemann, Essen 2010

 

 

REMOTEWORDS: !=CTRL haben wir als semantisches Adequat zum UPH gewählt, da es ohne grosse Kontrollmechanismen und elitäre Aussiebung funktioniert. So werden beispielsweise die Künstler, die hier Arbeitsplätze und materielle Unterstützung umsonst bekommen, nicht kuratorisch ausgewählt, die Bezahlung der Getränke basiert auf Vertrauensbasis und die elektronischen Arbeitsplätze sind für jedermann kostenlos zugänglich. Das Unperfekthaus ist eine „real gelebte Utopie“, sozusagen die „open source im sozialen Stadtraum“, ein Ort wo Kontrolle kleingeschrieben wird. Ist open source nicht nur bei Computerprogrammen, sondern auch im sozialen Miteinander die bessere Wahl?

Reinhard Wiesemann: Ich glaube nicht daran, daß ein einziges Modell alles abbildet, was wir im Leben wollen. Als ich das Linuxhotel in Essen gegründet hatte, als bei uns kurz danach auch die „Free Software Foundation Europe“ gegründet wurde, habe ich allen gesagt, daß ich vor allem gegen Monopole und Ein-System-Denken bin. Meine Aussage damals war „wenn es NUR Freie Software gäbe, dann hätte ich ein Microsoft-Hotel gegründet“.

Das UpH IST ein Stück weit „OpenSource im sozialen Stadtraum“. Ich glaube, daß wir in einer Zeit leben, in der der Gedanke der Kontrolle, der Planbarkeit, zu sehr um sich greift. Deshalb habe ich mit dem Unperfekthaus einen Freiraum geschaffen, der den Gegenpol setzt, weil ich denke, daß das im Moment dringend notwendig ist.

Aber ich habe nichts(!!) gegen Kontrolle. Ich bin wirklich von Vielfalt überzeugt. Wenn der Kontrollgedanke zu stark wird, dann mache ich ein Unperfekthaus. Wenn der Gedanke des „alles frei laufen lassen“ zu stark wird, dann mache ich vielleicht ein Kontrollhaus… ;-) Wir brauchen GLEICHZEITIG ganz viele Ansätze und müssen diese PARALLEL laufen lassen.

REMOTEWORDS: Du hast selbst 15 Jahre Linux bzw. den Vorgänger Unix programmiert. Warum brauchen wir offene Betriebssysteme, schränken Microsoft und Apple unsere Kreativität ein?

Reinhard Wiesemann: Die Kreativität weniger, aber die Art wie wir auf den Vorarbeiten anderer aufsetzen können. Freie Software optimiert das Zusammenarbeiten, während bei proprietärer Software das konkurrierende Arbeiten im Vordergrund steht. Beides sind Ansätze, die ihre Vor- und Nachteile haben. Wir brauchen beides. Zur Zeit ist der proprietäre Bereich zu stark, also muß man den freien Bereich stärken.